
Nachdem der Probezusammenbau in den Niederlanden erfolgreich war, wurde die Thermalwasserpumpe in den vergangenen Tagen auf dem Geothermie-Gelände in Wilhelmsburg in rund 450 Metern Tiefe in die Förderbohrung eingebaut. Da der natürliche Druck im geothermischen Reservoir in 1.300 Metern Tiefe den Wasserspiegel in der Förderbohrung bereits auf 50 Meter unter Geländeniveau ansteigen lässt, reicht es aus, die Pumpe in einer Tiefe von nur 450 Metern einzubauen.
Rohr für Rohr in die Tiefe
Der Einbau ist Präzisionsarbeit im Großformat. Die Pumpe hing an einem Strang aus insgesamt 40 Stahlrohren. Die Rohre, jedes für sich ist rund 12 Meter lang und wiegt rund 300 Kilogramm, wurden nacheinander über der Bohrung maschinell zusammengesetzt. Die Gewinde wurden zuvor mit speziellem Verschraubungsfett geschützt. Mit jedem weiteren Rohr sank der Strang ein Stück tiefer ab. Parallel dazu wurde das Stromkabel, das die Pumpe später versorgt, mit in die Bohrung eingelassen.

Auf der Baustelle waren für den Einbau drei Kräne gleichzeitig im Einsatz: Einer hob die Rohre an, einer führte das Stromkabel, ein dritter hielt die Verbindungselemente in Position. Damit die Rohre beim Anheben nicht beschädigt werden, sind sie an den Aufnahmepunkten mit Schutzbeschichtungen versehen. Insgesamt bringt das eingebaute System rund sieben Tonnen auf die Waage.
Die Montage wurde von mehreren Spezialfirmen, die auf den Einbau solcher Tiefpumpen spezialisiert sind und unter Begleitung des Herstellers durchgeführt.
Hocheffiziente Technologie
Technisch ist die Anlage eine Besonderheit: Hier kommt ein besonders effizienter Permanentmagnetmotor (PMM) zum Einsatz. Gegenüber herkömmlichen Antrieben arbeitet dieser deutlich stromsparender – ein wichtiger Faktor, denn die Pumpe muss im Dauerbetrieb 135 bis 140 Kubikmeter Thermalwasser pro Stunde fördern.

„Mit dem Einbau der Pumpe ist das Herzstück der Geothermie an seinem Platz. Was wir in den vergangenen Jahren geplant, gebohrt und getestet haben, wird jetzt zu einer Anlage, die Wärme liefert“, sagt Dr. Carsten Hansen, der im Projekt für den geothermischen Tiefbau verantwortlich ist.
Wie es weitergeht
In den kommenden Wochen wird die Pumpe und die gesamte Wärmepumpenanlage schrittweise in Betrieb genommen. Läuft alles nach Plan, gelangt bald erstmals Wärme, die wir über das Thermalwasser aus über 1.300 Metern Tiefe gewinnen, ins Wilhelmsburger Wärmenetz.
