Fernwärmeleitung: Brückenquerung erfolgreich

Auf ihrem Weg von der geothermischen Heizzentrale zum Energiebunker muss die Fernwärmeleitung den rund 30 Meter breiten Vering-Kanal queren. Sie nimmt dabei den Weg entlang Fußgängerbrücke. Dieser entscheidende Bauabschnitt ist nun ebenfalls geschafft.

Dass die Wahl auf die Brücke fiel, war dabei keineswegs ausgemacht. Für die Querung eines Kanals gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten: ein sogenannter Düker, das heißt eine Unterbohrung tief unter der Kanalsohle, eine eigene Rohrbrücke über den Kanal oder eben die Mitnutzung eines bestehenden Brückenbauwerks. „Ganz ohne Herausforderungen ist die Brückenlösung allerdings nicht, da der bestehende Brückenkörper nicht beeinträchtigt werden darf“, erklärt Projektleiter Manfred Fink von den Hamburger Energiewerken.

Ein wassergefülltes, gedämmtes Fernwärmerohr bringt pro Meter rund 200 Kilogramm Belastung. Eine Brücke ist ein lebendiges Bauwerk: Sie schwingt unter dem Verkehr, sie dehnt sich im Sommer aus und zieht sich im Winter zusammen. Und die Fernwärmeleitung tut es ihr gleich – nur nach ihrem eigenen Rhythmus. Fließt später bis zu 85 Grad heißes Wasser durch die Stahlrohre, dehnen diese sich deutlich aus- So kommen  über die Länge der Querung einige Zentimeter zusammen. Damit dabei nichts unter Spannung gerät, wird die Leitung nicht einfach starr festgeschraubt. Das Prinzip: Die Rohrleitungen gleiten auf den dafür vorgesehenen Stützen, sind aber seitlich gehaltert, damit sie nicht herunterfallen. So können Brücke und Leitung sich unabhängig voneinander bewegen, ohne sich gegenseitig zu beschädigen.

Anders als in der Erde ist die Leitung hier zudem Wind und Wetter ausgesetzt. Die Dämmung erhält deshalb einen zusätzlichen witterungsfesten Mantel aus Aluminium, der die Wärme im Rohr und Regen, Frost und UV-Strahlung draußen hält.

Stück für Stück ans Ziel

Mittlerweile liegen die Rohre sicher an ihrem Platz. Mit der Querung des Veringkanals schließt sichdie letzte Lücke auf der zirka 1,4 Kilometer langen Weg der Leitung von der geothermischen Heizzentrale zum Energiebunker. Dieser Leitungsabschnitt bedeutet: Die Wärme aus der Tiefe kommt den Wilhelmsburger Haushalten wieder ein Stück näher.

Fernwärmeleitung: Brückenquerung erfolgreich
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